Der EU Data Act gilt seit 12. September 2025. Er schafft Regeln für den Zugang zu Daten aus vernetzten Produkten und verbundenen Diensten. Für Hersteller von Smart Devices, Maschinen oder IoT-Produkten wird dadurch Datenzugang zu einem Produkt- und Prozess-Thema.
Daten gehören nicht nur dem Backend
Nutzer sollen auf bestimmte von ihren Geräten erzeugte Daten zugreifen und sie weitergeben können. Damit muss bereits im Produktdesign geklärt werden, welche Daten entstehen und wie sie bereitgestellt werden.
After-Sales kann sich verändern
Wenn Kunden Daten an Drittanbieter weitergeben können, entstehen neue Service- und Reparaturmodelle. Hersteller sollten deshalb überlegen, wie sie selbst Mehrwert aus Daten schaffen, statt nur Zugang zu kontrollieren.
Cloud- und Systemarchitektur werden strategisch
Der Data Act enthält auch Regeln zum Wechsel zwischen Cloud-Anbietern. Das passt zur grundsätzlichen Frage, wie abhängig ein Geschäftsmodell von einzelnen Plattformen sein soll.
Unser Rat
Bei vernetzten Produkten Dateninventar, Nutzerrechte und Systemarchitektur gemeinsam betrachten. Produktmanagement, IT und Recht sollten früh zusammenarbeiten.
Mehr zu Datenflüssen & Applikationslandschaften
Praxis-Check für die Umsetzung
- Ist klar, ob das Unternehmen und welche Produkte tatsächlich betroffen sind?
- Sind Hersteller, Importeur, Bevollmächtigte und weitere verantwortliche Rollen eindeutig zugeordnet?
- Liegen Nachweise, Registrierungen und Produktdaten zentral und aktuell vor?
- Ist geregelt, wer Änderungen überwacht und Fristen in operative Prozesse übersetzt?
Regulatorik wird beherrschbar, wenn sie in Verantwortlichkeiten und wiederholbare Prozesse übersetzt wird. Einzelne Registrierungen lösen das Problem selten dauerhaft; wichtiger ist eine Struktur, die auch bei neuen Produkten und Märkten funktioniert.
Kurz gesagt
Die meisten neuen Pflichten lassen sich früh deutlich günstiger lösen als kurz vor dem Launch. Entscheidend ist, Anforderungen in Produktdaten, Verträge und wiederholbare Abläufe zu übersetzen.