Neue EU-Produkthaftung: Was Marken und Importeure 2026 vorbereiten sollten

Die EU modernisiert die Produkthaftung. Software, digitale Komponenten und neue Rollen in der Lieferkette rücken stärker in den Fokus.

Die neue EU-Produkthaftungsrichtlinie modernisiert Regeln, die noch aus einer weitgehend analogen Produktwelt stammen. Sie soll für Produkte gelten, die nach dem 8. Dezember 2026 in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden. Für Schweizer Marken ist deshalb 2026 ein Vorbereitungsjahr.

Digitale Elemente spielen eine grössere Rolle

Die Richtlinie berücksichtigt ausdrücklich Software und Datenbezug. Für Hersteller vernetzter Produkte wird damit die Trennung zwischen „Produkt“ und „Software“ weniger komfortabel.

EU-Ansprechpartner in der Lieferkette werden wichtiger

Ist der Hersteller nicht in der EU ansässig, können unter bestimmten Voraussetzungen Importeur, Bevollmächtigter oder Fulfillment-Dienstleister in Haftungsfragen relevant werden. Das erhöht den Druck, Rollen sauber zu definieren.

Dokumentation ist nicht nur Compliance

Technische Unterlagen, Versionsstände, Qualitätsprozesse und nachvollziehbare Lieferketten helfen nicht nur Behörden. Sie sind auch wichtig, wenn später geklärt werden muss, wo ein Fehler entstanden ist.

Unser Rat

Prüfen Sie bei neuen Produkten schon jetzt, wer Hersteller, Importeur und EU-Verantwortlicher ist, wie Änderungen dokumentiert werden und welche Versicherungsdeckung besteht. Bei digitalen Produkten gehören Software-Updates und Sicherheitsprozesse dazu.

Mehr zum Markteintritt Deutschland & DACH

Hinweis: Haftungsfragen benötigen im Einzelfall rechtliche Prüfung.

Praxis-Check für die Umsetzung

  • Ist klar, ob das Unternehmen und welche Produkte tatsächlich betroffen sind?
  • Sind Hersteller, Importeur, Bevollmächtigte und weitere verantwortliche Rollen eindeutig zugeordnet?
  • Liegen Nachweise, Registrierungen und Produktdaten zentral und aktuell vor?
  • Ist geregelt, wer Änderungen überwacht und Fristen in operative Prozesse übersetzt?

Regulatorik wird beherrschbar, wenn sie in Verantwortlichkeiten und wiederholbare Prozesse übersetzt wird. Einzelne Registrierungen lösen das Problem selten dauerhaft; wichtiger ist eine Struktur, die auch bei neuen Produkten und Märkten funktioniert.

Kurz gesagt

Die meisten neuen Pflichten lassen sich früh deutlich günstiger lösen als kurz vor dem Launch. Entscheidend ist, Anforderungen in Produktdaten, Verträge und wiederholbare Abläufe zu übersetzen.

Quelle & weiterführend

EU-Richtlinie zur Produkthaftung