Bei einem Produkt können mehrere Unternehmen beteiligt sein: Fabrik, Markeninhaber, Importeur, Händler, Fulfillment und Marktplatz. Entscheidend ist nicht nur, wer die Ware physisch bewegt, sondern welche rechtliche Rolle ein Unternehmen einnimmt.
Importeur ist mehr als ein Logistikbegriff
Wer Produkte aus einem Nicht-EU-Land in den EU-Markt einführt, hat je nach Produktrecht Prüf- und Dokumentationspflichten. Bei CE-pflichtigen Produkten muss der Importeur unter anderem sicherstellen, dass der Hersteller die erforderlichen Schritte vorgenommen hat.
Eigenmarken können Herstellerpflichten auslösen
Wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke vermarktet, kann regulatorisch wie ein Hersteller behandelt werden. Das macht Private Label besonders relevant.
Distributoren bleiben nicht ohne Verantwortung
Auch Händler müssen wissen, welche Produkte Kennzeichnungen oder Dokumente benötigen und dürfen erkennbare Non-Compliance nicht ignorieren.
Unser Rat
Für jedes Produkt eine Rollenmatrix erstellen: Hersteller, Markeninhaber, Importeur, EU-Verantwortlicher, Händler, Fulfillment. Danach lassen sich Nachweise und Verträge gezielt zuordnen.
Mehr zu Rollen & Markteintritt in die EU
Praxis-Check für die Umsetzung
- Ist klar, ob das Unternehmen und welche Produkte tatsächlich betroffen sind?
- Sind Hersteller, Importeur, Bevollmächtigte und weitere verantwortliche Rollen eindeutig zugeordnet?
- Liegen Nachweise, Registrierungen und Produktdaten zentral und aktuell vor?
- Ist geregelt, wer Änderungen überwacht und Fristen in operative Prozesse übersetzt?
Regulatorik wird beherrschbar, wenn sie in Verantwortlichkeiten und wiederholbare Prozesse übersetzt wird. Einzelne Registrierungen lösen das Problem selten dauerhaft; wichtiger ist eine Struktur, die auch bei neuen Produkten und Märkten funktioniert.
Kurz gesagt
Die meisten neuen Pflichten lassen sich früh deutlich günstiger lösen als kurz vor dem Launch. Entscheidend ist, Anforderungen in Produktdaten, Verträge und wiederholbare Abläufe zu übersetzen.