Rabattaktionen wirken einfach: alten Preis zeigen, neuen Preis daneben, Prozentzahl ergänzen. In Deutschland ist das rechtlich aber nicht beliebig. Nach § 11 Preisangabenverordnung muss bei vielen Preisermässigungen gegenüber Verbrauchern der niedrigste Gesamtpreis angegeben werden, der innerhalb der letzten 30 Tage vor der Ermässigung verlangt wurde.
Der Streichpreis ist damit eine Datenfrage
Gerade bei dynamischen Preisen, Gutscheinen und häufigen Aktionen kann es schwierig werden, den korrekten Referenzpreis zu kennen. Wer Preise in mehreren Systemen pflegt, braucht eine nachvollziehbare Historie. Sonst wird aus einer Marketingaktion schnell ein Compliance-Problem.
Rabattstrategie und Marge zusammen denken
Ein hoher Rabatt ist nicht automatisch ein guter Deal für das Unternehmen. Plattformgebühren, Versand, Retouren, Creator-Provisionen und Werbekosten müssen mitgerechnet werden. Deshalb sollte eine Kampagne vorab mit Deckungsbeitrag statt nur mit Umsatz geplant werden.
Black Friday ist auch ein guter Test
Welche Botschaften funktionieren? Welche Produkte werden gemeinsam gekauft? Wie verändert sich die Warenkorbgrösse? Und welche Zielgruppen reagieren auf Preis versus Nutzen? Wer nur den Tagesumsatz betrachtet, verschenkt Lernpotenzial.
Unser Rat
Prüfen Sie vor jeder grösseren Rabattaktion Preislogik, Datenhistorie, Marge und Tracking. Nach der Aktion lohnt sich eine Analyse, die nicht nur Conversion, sondern auch Retouren und Kundenqualität einbezieht.
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Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Praxis-Check für die Umsetzung
- Ist klar, ob das Unternehmen und welche Produkte tatsächlich betroffen sind?
- Sind Hersteller, Importeur, Bevollmächtigte und weitere verantwortliche Rollen eindeutig zugeordnet?
- Liegen Nachweise, Registrierungen und Produktdaten zentral und aktuell vor?
- Ist geregelt, wer Änderungen überwacht und Fristen in operative Prozesse übersetzt?
Regulatorik wird beherrschbar, wenn sie in Verantwortlichkeiten und wiederholbare Prozesse übersetzt wird. Einzelne Registrierungen lösen das Problem selten dauerhaft; wichtiger ist eine Struktur, die auch bei neuen Produkten und Märkten funktioniert.
Kurz gesagt
Die meisten neuen Pflichten lassen sich früh deutlich günstiger lösen als kurz vor dem Launch. Entscheidend ist, Anforderungen in Produktdaten, Verträge und wiederholbare Abläufe zu übersetzen.