Produktion in China, Verkauf in Deutschland: Wer ist eigentlich Importeur?

Eine Schweizer Firma lässt in China produzieren und verkauft in Deutschland. Wer dabei Importeur und verantwortlicher EU-Wirtschaftsakteur ist, sollte vor dem ersten Versand feststehen.

Das Setup ist typisch: Schweizer Markeninhaber, Produzent in China, Kunden in Deutschland. Operativ klingt das einfach. Regulatorisch stellt sich jedoch sofort die Frage, wer das Produkt in den EU-Markt einführt und welche EU-Rolle übernimmt.

Die Schweizer Firma ist nicht automatisch der EU-Importeur

Ein Importeur im EU-Produktrecht ist grundsätzlich ein in der Union ansässiger Wirtschaftsakteur, der ein Produkt aus einem Drittland in Verkehr bringt. Eine reine Schweizer Gesellschaft ohne EU-Niederlassung erfüllt diese Voraussetzung nicht automatisch.

Logistikvertrag und Produktrecht müssen zusammenpassen

Spediteur, Fulfillment-Dienstleister oder DDP-Versand machen nicht automatisch klar, wer regulatorisch Importeur ist. Diese Rolle muss bewusst gestaltet und vertraglich verstanden werden.

GPSR, CE und Produkthaftung hängen daran

Je nach Produkt können Importeur, verantwortliche Person, technische Dokumentation und Kennzeichnung unterschiedliche Pflichten auslösen. Bei Elektro, Batterien oder Kosmetik kommen zusätzliche Systeme dazu.

Unser Rat

Die Importstruktur vor der finalen Bestellung klären. So können Produktetikett, Verpackung, Dokumentation und Verträge von Anfang an passend aufgebaut werden.

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Hinweis: Die konkrete rechtliche Rolle sollte produktbezogen geprüft werden.

Praxis-Check für Private Label

  • Sind Zielgruppe, Verkaufspreis und Zielmarge vor der Herstellerwahl definiert?
  • Kann der Lieferant die benötigten technischen und regulatorischen Unterlagen zuverlässig liefern?
  • Sind MOQ, Lieferzeit, Verpackung und Qualitätskontrolle im Business Case enthalten?
  • Passt Produkt und Verpackung zu den geplanten Vertriebskanälen und Zielmärkten?

Die beste Beschaffung ist nicht zwingend der niedrigste Stückpreis. Entscheidend ist, ob Produkt, Dokumentation, Lieferfähigkeit und Vertrieb zusammen ein skalierbares Gesamtmodell ergeben.

Kurz gesagt

Private Label ist ein Zusammenspiel aus Produkt, Beschaffung, Compliance und Absatz. Wer diese Punkte parallel plant, reduziert spätere Änderungen und verbessert die Chance auf ein wirtschaftlich tragfähiges Produkt.

Quelle & weiterführend

EU-Kommission: Rolle von Importeuren